Natchez Trace Parkway

Man stelle sich einen gepflegten Park vor mit gemähten Wiesen, herrlichem Mischwald, Picknickecken, historischen Gräbern von Soldaten aus dem Südstaatenkrieg, alten Häuschen und Denkmälern von deren Offizieren und dem reanimierten prähistorischen Wanderweg, der vor 8000 Jahren bereits den Indianern als Handelsroute diente, das alles auf großen Holztafeln beschrieben.

Dazu viele kleine und große Brücken, die über viele traumhafte Flüsschen, den großen Tennessee-River oder Straßen führen – dazwischen schieben sich Baumwollfelder –  und was die Natur sonst noch so bereithält an Sehenswertem – eine Art Wildbader Kurpark, durchzogen von einer hervorragenden Straße auf einem kleinen Damm – und das alles auf einer Strecke wie von München bis Hamburg. Das ist der Natchez Trace Parkway, 770 km lang. Er beginnt kurz hinter Nashville und wir passieren bald die Landesgrenze nach Alabama.

Der Herbst hat schon ein bisschen mit seinem Farbkasten gekleckert, die Sonne bringt die Farben zum Leuchten, und da uns zudem kaum mal ein Auto, Motorrad oder Fahrrad begegnet, erholen wir uns fahrend, allein auf weiter Flur. Eine Gruppe wilder Truthähne kreuzt unseren Weg, das Geknatter der Harley schreckt einige Raben und Geier auf, die sich über Aas am Waldrand hergemacht haben, der Adler kreist über seiner Beute, ein totes Eichhörnchen, das ihm vor Schreck aus den Fängen fiel, eine Hirschkuh, die vom Lärm unbeeindruckt sich über das schwarzrote Bündel wundert, das da laut an ihr vorbeifegt…

Zum Tanken muss man die Straße verlassen und ein Dorf aufsuchen. Hier ist es Cherokee. Big Mama lässt die Tochter tanken. Da darf ihre Körperfülle sitzen bleiben.

2 Tage fahren wir – ziemlich durstig – hier durch den Herbst, der südlich von Tupelo – übrigens Elvis’ Geburtsort, wo wir übernachten, sich wieder in den Spätsommer verwandelt und spärlicher mit seiner Malerei umgeht. Kein Shop, kein Kiosk stört die Idylle. Man muss den Trace schon verlassen um die historische französische Baptistensiedlung, ein Freilandmuseum, zu besichtigen und eine Mahlzeit zu bekommen.

Ca 80 km vor dem Ende passieren wir einen riesigen Stausee in der Größe des Bodensees und verlassen den Natchez Trace Pwy Richtung Jackson.