Eine Bootsfahrt mit Larry

Ein besonderes Highlight: eine Bootsfahrt, zu der Larry und Linda uns eingeladen haben. Larry sitzt auf dem erhöhten Fahrersitz, um einen besseren Überblick zu haben und den Manatees auszuweichen, die leider schon so viele Narben von rücksichtslosen Propellern haben. Wir sitzen unten, und so fahren wir erstmal schön langsam den Weeki Wachee River entlang, ausgerüstet mit Angeln, Ködern und super leckeren Sandwiches und Pfeffernüssen, die uns Linda mit auf den Weg gegeben hat. Am Golf angekommen, gibt Larry dann Speed. Wir hatten uns das tiefe Meer vorgestellt. Aber weit gefehlt. Meilen um Meilen flaches Gewässer. Nahe einer Insel versuchen wir dann alle drei unser Fischerglück, Larry fährt mehrere “tragende” Plätze an, jedoch nicht ein Biss. Es ist eine kleine Tide an diesem Tag, wo Fische schlecht beißen. Dafür sehen wir Delphinfamilien über das Wasser rollen, und das entschädigt mich zumindest voll.

Da auf dem Meer nichts zu holen ist, steuert Larry wieder zurück in den Fluss und biegt in den sogenannten Mud River, den trüben Schlammfluss, ein. Dort ist uns Petrus hold. Martin zieht einen wunderbaren Pompano aus dem Wasser, einen im Restaurant ziemlich teuren Speisefisch. Auch ich fange ein Exemplar eines wunderschönen Ladyfisches, dem wir aber der vielen Gräten wegen das Leben schenken. Plötzlich Aufruhr im Wasser, einige Meter von uns entfernt. Ein Schwarm Fische springt über die Oberfläche, dann große Wellenbewegungen und schließlich der Rücken eines großen Delphins, der auf Jagd in diesem Fluss ist. Das gleiche Schauspiel wiederholt sich wenige Minuten später weiter flussaufwärts. Es ist überaus eindrucksvoll.

Zum Abschluss unserer Bootstour fährt uns Larry noch den Weeki Wachee River hinauf zur Hospital Hall, ein 8 Meter tiefer Pond, der so heißt, weil sich da eine Schwefelquelle befindet, die von zahlreichen Fischen und vor allem Manatees aufgesucht wird, um ihre Wunden zu heilen. Dort beobachten wir noch drei Manatees, die in ihrer Größe sehr beeindruckend sind. Obwohl sie aussehen wie dicke speckschwartige Seeelefanten, besitzen sie nur 10 % Körperfett. An dieser Stelle angeln wir mit den restlichen Ködern (Shrimps) noch einen Fisch nach dem anderen, die aber alle untermaßig sind und somit weiterleben dürfen.

Nach reichlich vier Stunden erreichen wir wieder unser Häuschen und fallen, müde von der Seeluft, ins Bett zu einem Nachmittagsschläfchen.