Earthship – Taos

Korrektur: Der Beitrag “Earthship” ist von Martin geschrieben.

…Und wieder, meilenweit Wellblechhütten, alte Wohnwagen, Baracken weit verstreut, durch Zäune abgeschottet zur Straße. Plötzlich merkwürdige Erhebungen in der Erde, Hügel mit Solarpaneelen… Wir halten an dem Schild Earthship Biotecture. Unvermittelt sind wir in ein architektonisches Experiment geraten, das auf den Ideen des amerikanischen Architekten Michael Reynolds aufbaut. Im Wesentlichen geht es dabei darum, Häuser zu errichten, die nicht nur billig sind, sondern auch umweltschonend, weshalb Materialien wie Reifen, Flaschen, Dosen etc in Kombination mit Solarenergie zum Einsatz kommen. Regenwasser muss so ökonomisch vielfach verwendet werden, dass es selbst in heißen Zonen wie New Mexico sich selbst genügt. Vorgelagerte Gfeenhouses versorgen Wohngruppen mit Gemüse und Salat, z. Zeit arbeitet man an einem Projekt, das 25 Menschen durch solche Substitutionswirtschaft ernähren soll. Dutzende von jungen Leuten aus aller Welt leben hier, um den Bau dieser Häuser voranzutreiben. Wie ästhetisch die Ergebnisse ausfallen, ist beim Anblick der Bilder zu erahnen.

Wir haben das Glück, von einer Amerikanerin angesprochen zu werden, deren Enkel gerade mit seiner Schulklasse das Projekt besichtigt. Sie lädt uns ein, an einer Besichtigungstour in das sich gerade im Bau befindliche Haus teilzunehmen. Es ist überwältigend- ganz abgesehen von dem überzeugenden ökologischen Aspekt – welche Ästhetik aus so billigen Materialien entstehen kann. Ein Bisschen haben wir das Gefühl, als ob hier Amadeo Gaudí und Friedensreich Hundertwasser sich ein Stelldichein gegeben hätten.Aber seht selbst.

Reynolds hat übrigens im Mai eine Vortragsreise in D gemacht und bald soll in Berlin – Wedding ein Projekt namens “Baumhaus” starten.

Taos ist ein sauberes Adobestädtchen, sehr touristisch und teuer. Da an diesem Donnerstagabend ein Musikfestival auf der Plaza stattfindet, schleicht der Verkehr im Schneckentempo dahin und wir brauchen für eine halbe Meile zu unserem Motel fast 1Stunde. Wir besichtigen das Städtchen – leider versperrt uns ein Polizeiauto ohne Angabe von Gründen die Straße zu den noch von Indianern bewohnten alten Pueblos –  und treffen in einem Gartenrestaurant den Fahrlehrer Tom aus New Jersey und seinen Freund Andy aus Boulder, die wir hier herzlich grüßen. Abends auf der Plaza spielen diverse Bands – die Indianer-Trommel- Combo hören wir gerade noch beim Hingehen, kaum sind wir dort, hört sie auf zu spielen. So ein Ärger. Die hätten mich grad interessiert… So lauschen wir der nächsten, etwas psychedelisch angehauchten Popgruppe, aber wir sind zu müde, um in der Menschenmenge länger dicht an dicht zu stehen. Nach einem mexikanischen Essen und einer Margherita fallen wir ins Motelbett.

Fazit. Taos ist ganz nett, aber nicht so unser Ding, zumindest da nicht.