Heiße Bikes und coole Typen: die Daytona Beach Bike Week

Wir kommen von Melbourne, Fl, und sind unterwegs nach Norden. Es ist Freitag, und die Daytona Beach Bike Week ist schon weit im Vorfeld zu spüren: Die Motorraddichte nimmt deutlich zu und unterwegs findet sich bereits der eine oder andere Bikertreff. An einer größeren Veranstaltung halten wir schließlich an und werden zum Parken eingewiesen. Es ist etwa 1 pm und die Biker fahren langsam vor. Eine Bühne mit Countrymusik, Fressbuden, Bierstände, alte Bikes als Schrottskulpturen in einem Baum: alles wie erwartet. Dann aber stehen da Käfige auf dem ausgetrockneten Boden, in denen auf engstem Raum exotische Tiere aller Art ausgestellt werden: Ozelot, Luchs, Känguru, Papageien, Affen…Die Käfige sind gegen die pralle Sonne notdürftig mit einer Riesenplane abgedeckt. Es ist stickig und die Tiere tun uns leid. Die nähere Betrachtung der armen Wesen kostet 1$, den wir uns sparen. Wir wollen diese nicht artgerechte Tierhaltung nicht auch noch unterstützen und ziehen bald ab.

Nachdem wir unser Quartier bei Stephen bezogen haben, fahren wir am Samstag endlich inmitten vieler anderer Motorräder nach Daytona hinein.Es begegnen uns Fahrzeuge, die unsere Phantasie bei Weitem übertreffen, von Choppern angefangen über Bikes mit extrem überlangem Radstand hin zu vielen von entsprechenden Firmen aufgemotzten Gefährten, deren Straßentauglichkeit angesichts einer Bodenfreiheit von wenigen Zentimetern mehr als fraglich ist. Wir tauchen ein in einen eigenen Kosmos der Subkultur aus vielen verschiedenen Spielarten: die Welt der Bikes, der biertrinkenden Rocker, der Outlaws, der angeblich Freien und Unabhängigen. Sprüche und Bilder finden sich auf Körpern, Lederjacken und Motorrädern, Wettbewerbe entscheiden über die besten. Die prüden Regeln der amerikanischen Gesellschaft sind hier für eine Woche ausgesetzt: spärlich bekleidete Girls in aufreizenden Posen verkaufen Alkoholisches, manche lassen sich in den legendären Wet  T-Shirt Contests von den Männern begaffen. Überhaupt scheinen hier die Errungenschaften der Frauenemanzipation nicht viel zu gelten. Ganz folgerichtig schallt dann auch aus einer der überlauten Anlagen der Song von James Braun “This is a mans world”. Wir zischen im “Dirty Harry” ein Bud Light und fotografieren, bis die Auslöser glühen: an die 1000 Fotos. Keine Angst, es kommen nicht ganz so viele, oder vielleicht doch? Keine Ahnung, wer Lust hat, kann ja zählen.

Und das sagt Wikipedia zu dem Spektakel:

Die Daytona Beach Bike Week ist ein Motorradtreffen in Daytona Beach, das sich besonders an Harley-Davidson-Fahrer wendet, seit 1937 stattfindet und ist mit mehr als 500.000 Motorradfahrern und -begeisterten, neben der Sturgis Motorcycle Rally, die weltweit größte Motorradveranstaltung. Es finden jährlich Anfang März statt. Am bekanntesten ist wohl die Main Street mit ihren verschiedenen Saloons. Besonders legendär ist der Boot Hill Saloon. Ahttps://youtu.be/FSLwZlHYAwgber auch bis weit außerhalb von Daytona finden Anlässe und Partys statt. Das Angebot ist riesig, nicht nur an Bikebuildern und After-Sales-Anbietern. Auch auf dem Daytona Speedway finden diverse Attraktionen statt. Dieses sind, neben Rennveranstaltungen wie z. B. den Daytona 200 und Läufen zur AMA Superbike Championship, geführte, kostenlose Motorradprobefahrten mit den neuesten Bikes vieler Motorrad- und Trike-Hersteller, sowie ein unüberschaubares Angebot an Bekleidungsstücken.

An dem U.S. Highway 1, in der Umgebung von Daytona Beach, befinden sich zahlreiche Events in verschiedenen Bikertreffs wie z. B. im Iron Horse oder in der Last Resort Bar. Die Treffpunkte sind besonders wegen des Platzangebots (flächenmäßig) beliebt, da es in der Main Street recht eng zugeht.

 

Zum Schluss noch ein kurzes Video für euch: